Dank gebührt Allâh, Der Seinem Diener (Muhammad) den Qur´ân auf Arabisch offenbarte und uns die Rechtleitung und den Islam bescherte. Und as-Salâtu was-Salâm für Seinen geliebten Propheten, der aus Gnade zu den Menschen und Djinn gesandt wurde und die frohen Botschaften verkündete und warnte, und für seine Âl und Gefährten, die den Weg, den Allâh akzeptiert, gingen.
Sodann, Allâh, der Erhabene, sagt in der Sûrah al-^Asr, Âyât 1-3:
﴿وَالْعَصْرِ (1) إِنَّ الْإِنْسَانَ لَفِي خُسْرٍ (2) إِلَّا الَّذِينَ ءامَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ وَتَوَاصَوْا بِالْحَقّ وَتَوَاصَوْا بِالصَّبْرِ (3)﴾
Die Bedeutung lautet: Allâh schwört (Qasam) bei der Zeit (ad-Dahr), dass der Mensch einen großen Verlust erleiden wird, bis auf diejenigen, die an Gott und an die Propheten glauben sowie die guten Taten ausführen und zum Verrichten der Pflichten und zum Unterlassen der Sünden und zum Gehorsam gegenüber Gott und gegenüber den Propheten auffordern.
Wisset, liebe Brüder und Schwestern, Allâh schwört bei dem, was Er will. In dieser Sûrah schwört Allâh bei der Zeit, so wie der Gefährte ^Abdu l-Lâh Ibn ^Abbâs dies erwähnte. Allâh schwört, dass nur diejenigen vom Verlust im Jenseits bewahrt sein werden, die gläubig sind und gute Taten verrichten. Dies sind Eigenschaften, die wir bei den Rechtschaffenen vorfinden. Sie handeln nach den Ratschlägen des Gesandten Gottes ﷺ, indem sie mit großem Fleiß lernen und die Pflichten verrichten; insbesondere as-Sâbiqûn al-‘Awwalûn. Diese sind die ersten, die in den Islam eintraten. Sie werden im Qur’ân in der Sûrah at-Tawbah, Âyah 100 gelobt:
﴿وَالسَّابِقُونَ الْأَوَّلُونَ مِنَ الْمُهَاجِرِينَ وَالْأَنْصَارِ وَالَّذِينَ اتَّبَعُوهُمْ بِإِحْسَانٍ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُمْ وَرَضُوا عَنْهُ﴾
Die Bedeutung lautet: Die vorangegangen Ersten, der Auswanderer und Ansâr sowie diejenigen Auswanderer und Ansâr, die ihnen auf vollkommene Weise folgten, ihnen wurde die Liebe Gottes zuteil und sie lieben die Gaben, die Allâh ihnen auf der Welt und im Jenseits beschert.
Hieraus geht hervor, dass Allâh diese liebt, da diese den Glauben an Allâh und an Seinen Gesandten annahmen und sich das islamische Wissen aneigneten und dementsprechend handelten. Zudem beratschlagten sie sich gegenseitig. So sollten wir den Gesandten Gottes ﷺ und seine Gefährten nachahmen. Der eine unter ihnen beratschlagte seinen Bruder bzw. Freund, um von Allâh belohnt zu werden. So waren die Gefährten zueinander wie vorgehaltene Spiegel. Sie liebten für einander das, was jeder einzelne für sich selbst liebte. Wenn einer von einem anderen einen Fehler sah, eilte er zu ihm, um ihm einen Ratschlag zu erteilen. Dies geschah wiederum mit der Absicht, um von Allâh belohnt zu werden. Derjenige jedoch, der den Ratschlag erhielt, wurde nicht hochmütig. Er akzeptierte diesen, denn er wusste gewiss: Wenn er diesen Ratschlag dankend annimmt und danach handelt, wird er dadurch einen großen Nutzen erlangen. So sagte einer der Salaf sinngemäß: Wenn du einen siehst, der dich auf deine Fehler aufmerksam macht, so halte an ihm fest. Des Weiteren wird über den Gefährten ^Umar Ibn al-Khattâb überliefert, dass er sinngemäß sagte: Möge Allâh demjenigen gnädig sein, der mir meine Fehler aufzeigt. Zur Begrüßung gaben sich die Gefährten lächelnd die Hand und rezitierten die bereits erwähnten, bedeutungsvollen Âyât der Sûrah al-^Asr. Sie gaben sich gegenseitig den Rat, gute Taten auszuführen. Sie forderten einander auf, die Pflichten zu verrichten und gemäß den Lehren des Propheten ﷺ zu handeln. Zu diesem gehört die Gnade, welche ihnen der Gesandte Gottes ﷺ lehrte. In der 29. Âyah der Sûrah al-Fath wird dies über sie berichtet.
Verehrte Brüder und Schwestern, der Gesandte Gottes ﷺ und seine edlen Gefährten sind ein besonderes Vorbild für uns. So sollten wir uns gegenseitig zur Gottesfurcht und zur Annahme von Ratschlägen auffordern und auch selbst gemäß diesem handeln. Der Imâm Muslim überlieferte, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:
الدينُ النّصيحَةُ قيل لمن فقال للهِ ولِكتابِه ولِرسولِه وَلأَئِمّةِ المسلمينَ وعامّتِهِم
Wie schön ist doch die Aussage des Hâfidh ‘Abû ^Amr Ibnu s-Salâh bezüglich diesem Hadîth, denn er sagte: Der Ratschlag besteht aus Worten, die der Ratgeber einem mit einer guten Absicht und auf eine gute Art und Weise gibt.
Die im Hadîth erwähnte an-Nasîhah lil-Lâh bedeutet, an Seine Einzigkeit zu glauben. Sie beinhaltet, Allâh mit den Eigenschaften zu beschreiben, die zu Ihm passen und von Seiner Erhabenheit über alle Unvollkommenheiten fest überzeugt zu sein. Weiterhin gehören das Verrichten der Pflichten und das Unterlassen der Sünden dazu.
Die im Hadîth erwähnte Nasîhah likitâbi l-Lâh bedeutet, an den Qur´ân zu glauben, ihn zu verehren und ihn auf richtige Art und Weise zu sprechen. Weiterhin gehört dazu, ihn zu verstehen, gemäß dem Qur’ân zu handeln und ihn vor dem Versuch der Verfälschung und der Kritik jener, die die Existenz Gottes leugnen, zu verteidigen.
Die im Hadîth erwähnte Nasîhah lirasûli l-Lâh ﷺ ähnelt dem zuletzt Erwähnten. So beinhaltet diese die Aufforderung, den Glauben an die Botschaft des Gesandten Gottes ﷺ anzunehmen sowie ihn in seinem Verhalten nachzuahmen. Dazu gehören ebenso die Aneignung der Charaktereigenschaften, die er besaß, und die Liebe zu seinen muslimischen Angehörigen und seinen edlen Gefährten.
Die im Hadîth erwähnte Nasîhah li´a´immati l-Muslimîn jedoch bedeutet, die Imâme im Recht zu unterstützen, ihnen gegenüber nicht ungehorsam zu sein. Sie bedeutet auch, sie auf eine milde Art und Weise zu erinnern und für sie Bittgebete zu sprechen.
Die im Hadîth erwähnte Nasîhah li^âmmati l-Muslimîn bedeutet, die Allgemeinheit der Muslime zu dem zu führen, was für sie von Nutzen ist. Dies betrifft sowohl die Angelegenheiten des Diesseits als auch des Jenseits. Sie umfasst noch weitere Angelegenheiten, wie: das Geheimhalten ihrer Fehler, sie nicht zu betrügen oder zu beneiden, für sie das zu hassen, was man für sich selbst hasst und was diesem ähnelt. Möge Allâh uns den Erfolg in diesen Angelegenheiten bescheren.