Das Gebieten des Guten und das Verwerfen des Schlechten
Lob gebührt Allâh, dem Schöpfer aller Geschöpfe. Die vollkommene as-Salâtu was-Salâmu für unseren geehrten Propheten Muhammad, dem Nachkommen von ^Adnân. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist. Ich bezeuge dies und liebe es, dass Allâh mein Schöpfer ist, dass der Islam meine Religion ist und dass Muhammad mein Prophet ist.
Sodann, der fromme Mann ist der gläubige Mensch, der die Rechte Gottes und die Rechte der Diener erfüllt und weiß, was Allâh ihm auferlegt hat und dies ausführt und weiß, was Allâh ihm verboten hat und dies unterlässt. Jener Gläubige, der betet, fastet, die Pflichtabgabe entrichtet, das Gute gebietet und das Schlechte verwirft, so wie Allâh es befahl. Das Gebieten des Guten und das Verwerfen des Schlechten gehört zu den Pflichten, die Allâh Seinen Dienern befahl. Allâh lobt diejenigen, die dieses tun in der folgenden Âyah:
﴿كُنتُمۡ خَيۡرَ أُمَّةٍ أُخۡرِجَتۡ لِلنَّاسِ تَأۡمُرُونَ بِٱلۡمَعۡرُوفِ وَتَنۡهَوۡنَ عَنِ ٱلۡمُنكَرِ وَتُؤۡمِنُونَ بِٱللَّهِ﴾
Die Bedeutung lautet: Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen entstand; ihr gebietet das Gute, verwerft das Schlechte und glaubt an Allâh. (Sûrah Âli ^Imrân, Âyah 110)
Allâh, der Erhabene, beschrieb die Gemeinschaft des Muhammad damit, dass zu ihrer Eigenschaft das Gebieten des Guten und das Verwerfen des Schlechten gehört. In der Anfangszeit dieser Gemeinschaft gab es viele, auf die diese Beschreibung zutrifft, in der heutigen Zeit jedoch sind es nur wenige. Aber dennoch gibt es sie in dieser Gemeinschaft, da Allâh, der Erhabene, sie damit beschrieb hat.
Ibn Hibbân überlieferte in seinem Sahîh-Werk, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:
لَيسَ مِنَّا مَنْ لَمْ يُوَقِّرْ كَبِيرَنَا وَيَرْحَمْ صَغِيرَنَا وَيَأمُر بالمعروفِ وَيَنْهَ عَنِ المنكر
Die Bedeutung lautet: Wer den Älteren nicht respektiert, keine Gnade mit dem Jüngeren hat und das Gute nicht gebietet und das Schlechte nicht verwirft, gehört nicht zu den vollkommenen Muslimen.
Die Person, auf die diese vier Eigenschaften nicht aufweist, gehört nicht zu den vollkommenen Muslimen in der Religion.
Imâm Ahmad überlieferte über Abû Bakr as-Siddîq, dass der Gesandte Gottes Muhammad ﷺ sagte:
إِنَّ الناسَ إذَا رَأَوُا الْمُنْكَرَ فَلَمْ يُنْكِرُوهُ أَوْشَكَ أَنْ يَعُمَّهُمُ اللهُ بعِقَابٍ
Die Bedeutung lautet: Wenn die Menschen das Schlechte sehen und das Verwerfen dessen unterlassen, so wird Allâh ihnen schon auf der Welt – vor dem Jenseits – eine Bestrafung auferlegen.
Es ist bekannt und offensichtlich, dass heutzutage falsche Glaubensweisen, die zum Unglauben führen, verbreitet sind und die meisten Menschen sind nachlässig im Verwerfen dessen. Es ist uns verboten, diesbezüglich nachlässig zu sein, so wie es viele Menschen sind. Wir sind verpflichtet, diese Pflicht auszuführen, auch wenn viele hinsichtlich dieser Pflicht unachtsam sind. Der zuvor erwähnte Hadîth bedeutet, dass wenn die Menschen das Schlechte – d. h. Unglauben und Sünden, denn alles, was Allâh verbietet, wird als schlecht bezeichnet und das Schlimmste davon ist der Unglaube – sehen und das Verwerfen dessen unterlassen – d. h. sie hindern die Menschen nicht daran, wenn sie dazu in der Lage sind –, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Allâh ihnen schon auf der Welt – vor dem Jenseits – eine Bestrafung auferlegt – d.h. Allâh lässt auf der Welt Plagen, Katastrophen und Heimsuchen auf sie kommen. Derjenige, der das Gebieten des Guten und das Verwerfen des Schlechten unterlässt, verdient die Bestrafung im Jenseits. Wenn sich also die Anzahl der Personen, die das Gebieten des Guten und das Verwerfen des Schlechten unterlassen, vermehrt, obwohl jene dazu in der Lage sind, dann trifft sie Bestrafung auf der Welt und im Jenseits.
Allâh, der Erhabene, hat uns auferlegt, das Schlechte zu verwerfen. Wer dazu nur mit dem Sprechen in der Lage ist, hat es mit dem Sprechen auszuführen und wer dazu mit der Hand in der Lage ist, dieser hat es mit der Hand auszuführen. Sollte die Person aber dazu nicht in der Lage sein, d. h. weder mit der Hand noch mit der Zunge, dann ist sie verpflichtet, dies im Herzen zu verabscheuen. Die Person aber, die das Verwerfen des Schlechten unterlässt, obwohl sie dazu in der Lage ist, verdient die Bestrafung von Allâh im Jenseits und die Bestrafung auf der Welt, wie Katastrophen und Unglücke. Die Nachkommen des Propheten Ya^qûb (Banû ´Isrâ´îl) haben das Verwerfen des Schlechten unterlassen und wurden deswegen von Allâh mit Heimsuchen bestraft. Einige unter ihnen, die das Schlechte begingen und verbreiteten, wurden zu Affen und Schweinen umgewandelt. Der Gesandte Gottes ﷺ kündigte an, dass es in seiner Gemeinschaft ebenfalls allgemeine Plagen geben wird. Er sagte:
يكونُ في أمتي خسفٌ ومسخٌ وقذفٌ
Die Bedeutung lautet: In meiner Gemeinschaft wird es Khasf, Maskh und Qadhf geben.
Khasf bedeutet, dass es Menschen geben wird, die die Erde verschlingen wird.
Qadhf bedeutet, dass es Menschen geben wird, die aus Richtung des Himmels mit Steinen beworfen und dadurch getötet werden.
Maskh bedeutet, dass die Gestalten einiger Menschen zu Gestalten von Affen und Schweinen umgewandelt werden.
Allâh ist wissend, wann dies geschehen wird.
Liebe Brüder und Schwestern, fürchtet Allâh und führt das aus, was er euch an Gebieten des Guten und Verwerfen des Schlechten auferlegt hat. Ihr seid darüber in Kenntnis, was für einen Stellwert dies in der Religion hat und dass die Bestrafung für denjenigen hart sein wird, der dieses unterlässt und vernachlässigt. Ihr wisst, wie der Zustand heute ist, was die Gründe dafür sind und welche schlechten Folgen es hat.
Und wisset, dass das Sprechen der Wahrheit weder den Todeszeitpunkt vorzieht noch zur Abbruch des Lebensunterhaltes führt. Allâh, der Erhabene, bestimmte für jede Person den Todeszeitpunkt und die Todesursache, ob es der Mord oder die Krankheit oder das Ertrinken oder etwas anderes ist. So wird der Menschen zum Todeszeitpunkt sterben, den Allâh für ihn bestimmte, und dem Menschen kommt nur der Lebensunterhalt zu, den Allâh für ihn bestimmte.
Wenn jeder von uns seinen Verpflichtungen nachkommen, seine Aufgaben kennen und mit den Brüder zusammenarbeiten würde, dann würde das Schlechte keinen Weg finden, um zu uns zu gelangen und es hätte keinen Platz unter uns. Ihr habt wahrlich im Gesandten Gottes ﷺ ein schönes Beispiel, denn er war der Mensch mit dem größten Eifer in der Religion, mit dem größten Bemühen, diese Religion zu verkünden und dem größten Zorn, wenn gegen die Gesetze Gottes verstoßen wurde.
Gepriesen sei Allâh, der Allmächtige, und erhaben ist Er über das, was die Ungerechten Ihm zuschreiben.