حفظ اللسان والجوارج

Dank gebührt Allâh, dem Schöpfer des Universums, as-Salâtu und as-Salâmu für unseren geehrten Propheten Muhammad, seine muslimischen Angehörigen und seine Gefährten, die aufrichtig und rechtschaffen waren.

Sodann, im Sahîh von Ibn Hibbân wurde überliefert, dass Sufyân Ibn ^Abdi l-Lâh Ath-Thaqafîyy, möge die Liebe Gottes ihm zuteilwerden, folgendes sagte:
Ich sagte: O Gesandter Gottes, lehre mir etwas, woran ich mich halten soll.“ Er sagte:
قُلْ ءامَنْتُ باللهِ واسْتَقِمْ
Die Bedeutung lautet: Sage: Ich glaube an Allâh und sei standhaft.
Ich fragte ihn weiter: Was fürchtest du für mich am meisten? Der Gesandte Gottes ﷺ sagte sinngemäß: „Das hier.“ Und zeigte auf seine eigene Zunge.
D. h. das hier ist die größte Gefahr für dich im Jenseits und dies bedeutet: Das, was dir am meisten schaden könnte, sind die Sünden der Zunge.
Der innere Trieb (an-Nafs) hat ein großes Begehren danach, zu sprechen, ohne vorher nachzudenken, welche Konsequenzen das Sprechen für den Sprechenden mit sich bringen könnte. Deswegen sagte der Gesandte Gottes ﷺ sinngemäß: Am meisten fürchte ich für dich deine Zunge

Anfangs bat der Mann den Gesandten Gottes ﷺ, ihm das zu lehren, woran er sich festhalten solle, da es für ihn - religionsmäßig - von Nutzen ist. Der Gesandte Gottesﷺ sagte ihm sinngemäß: Sage: Ich glaube an Allâh und sei standhaft. D. h. bleibe standhaft auf dem Glauben, führe gute Taten für Allâh aus und unterlasse die Sünden. Dann fragte der Mann ihn nach etwas, was ihm am meisten Schaden und ihn ins Verderben führen könnte. Der Gesandte Gottes ﷺ sagte ihm sinngemäß: Dies hier. Er zeigte auf seine Zunge, d. h.: Deine Zunge ist das Meiste, was ich für dich fürchte.

Die Zunge zu bewahren ist eine wichtige Angelegenheit in der Religion. Das meiste, wofür der Mensch im Jenseits bestraft werden könnte, sind die Sünden der Zunge, da das Sprechen für die Zunge leicht ist. Anders als das Laufen zu den Sünden, denn dieses ist mit Aufwand verbunden. Jedoch ist es für die Zunge leicht, das auszusprechen, was sie will. Die meisten Sünden, die der Mensch begeht, geschehen durch die Zunge. So ist der Mensch verpflichtet, seine Zunge zu bewahren. Die Methode, um die Zunge zu bewahren, ist, dass der Mensch, bevor er etwas spricht, über die Folgen dessen, was ihm zu sagen einfällt, nachdenkt.
Wenn darin kein Schaden steckt, dann spricht er es aus und dies ist der Weg der Unversehrtheit.
Wenn ihr etwas sagen wollt, dann denkt vorher darüber nach. Was bedeutet diese Aussage? Zu was führt sie? Wenn sie zum Schlechten führt, dann unterlasst sie und sprecht es nicht aus.
So soll sich die Person zu jeder Zeit schützen, sei es in Zeiten der Freude oder Not. Bevor die Person etwas spricht, sollte sie über das, was sie sagen will, nachdenken und sich sagen: Wohin führt dieses?
Meistens geschieht der Unglaube mit der Zunge. Die Zunge ist häufig der Grund für Feindschaften, Streitigkeiten sowie für Hass und Unterbrechungen von Beziehungen.
So soll sich jeder Mensch zur Rechenschaft ziehen und bevor er etwas sagt, nachdenken, welche Folgen diese Aussage nach sich zieht, denn darin steckt die Unversehrtheit.
Die Übel der Zunge sind viele. Die Zunge könnte die Person ins Verderben führen, daher ist der Weg der Unversehrtheit in der islamischen Religion das wenige Sprechen.
Alle Propheten forderten dazu auf, die Zunge zu bewahren. Zu den schönen Geschichten, die über den Propheten ^Îsâ überliefert wurden, gehört das, was sich ereignete, als er eines Tages mit 12 Gläubigen, die Al-Hawâriyyûn genannt werden, unterwegs war. Sie trafen dabei auf einen verwesten Hundekadaver. Die Begleiter des Propheten ^Îsâ hielten sich die Nase zu und gingen am Kadaver vorbei. Der Prophet ^Îsâ jedoch tat dies nicht. Nachdem sie an diesem Hundekadaver vorbeigingen, sagten sie: Wie eklig doch dieser Hund ist. Daraufhin sagte der Prophet ^Îsâ sinngemäß: Wie weiß doch seine Zähne sind. Sie sagten ihm: O Prophet Gottes, wieso sagst du dies? Er sagte sinngemäß: Ich möchte meiner Zunge keine tadelnden Wörter angewöhnen. D. h. ich möchte meiner Zunge angewöhnen, das schlechte Sprechen, worin nichts Gutes steckt, zu unterlassen. Der Prophet ^Îsâ lehrte ihnen dadurch, wie sie ihre Zungen bewahren.
Der Gesandte Gottes Muhammad ﷺ legte seiner Gemeinschaft nahe, die Zunge zu bewahren. Der Gelehrte Ibn Abi d-Dunyâ, ^Abdu l-Lâh Ibn Muhammad Ibn ^Ubayd, überlieferte in seinem Buch „as-Samt“ einen Hadîth mit einer Überlieferungskette, die bis zum Gesandten Gottes Muhammad ﷺ führt:
خصلتان ما إن تجمل الخلائق بمثلهما حسن الخلق وطول الصمت
Die Bedeutung lautet: Es gibt zwei Gewohnheiten, mit denen man sich schmücken sollte; der gute Charakter und das lange Schweigen.

Schweigsam zu sein bedeutet, wenig zu sprechen. Allâh liebt es, dass der Diener lange schweigt und dies ist auch erforderlich, außer bei der Gottespreisung. Es ist angebracht, vermehrt die Zunge für die Gottespreisung zu verwenden, insbesondere für den Tahlîl (das Aussprechen von Lâ ´Ilâha ´Illa l-Lâh).
Das lange Schweigen, von dem der Gesandte Gottes sprach und was Allâh liebt, ist das Schweigen bei allem, außer bei der Gottespreisung. Dies bedeutet, dass es wichtig ist, dass die Person nur das spricht, was Allâh liebt.

Beispiele für das Sprechen, wovor man seine Zunge bewahren soll, gibt es viele. Die üble Nachrede wird von vielen Menschen begangen und ist ein Beispiel für solches Sprechen.
Über einen rechtschaffenen Muslim übel nachzureden ist schlimmer, als über jemand anderen übel nachzureden.
Der Gesandte Gottes ﷺ erklärte, was die üble Nachrede ist, so wie es zahlreiche Hadîth-Gelehrte – wie der Imâm Abû Dâwûd – überliefert haben.
Es wurde über Abû Hurayrah, möge die Liebe Gottes ihm zuteilwerden, überliefert, dass der Gesandte Gottes ﷺ sinngemäß sagte: Wisst ihr, was die üble Nachrede ist? Danach erklärte er sie und sagte sinngemäß: Etwas über deinen muslimischen Bruder zu erwähnen, was er nicht mag. Die Gefährten fragten: Und wenn das stimmt, was ich über ihn sage? Er erwiderte sinngemäß: Wenn das stimmt, was du über ihn geredet hast, so hast du Übles über ihn gesprochen und wenn es nicht stimmt, was du über ihn geredet hast, so hast du ihn verleumdet.
Die üble Nachrede bedeutet also, dass du etwas in Bezug auf deinen muslimischen Bruder erwähnst, was zwar zutrifft, er es aber nicht mögen würde, dass dieses über ihn gesagt wird, wenn er es mitbekommen würde. Es trifft zwar auf ihn zu, aber er mag es nicht, dass dieses in seiner Abwesenheit erwähnt wird.
Dann hat der Gesandte Gottes ﷺ ihnen zu verstehen gegeben, dass wenn jemand in Bezug auf einen Muslim etwas erwähnt, was jener hasst und es nicht auf ihn zutrifft, er dadurch die Verleumdung und somit eine größere Sünde begehen würde. Denn das Verleumden beinhaltet zwei Sünden: die Sünde der Erwähnung des Muslims mit etwas, was er hasst, und die Sünde seiner Erwähnung mit etwas, was nicht auf ihn zutrifft und er es hasst.

So sollte sich jeder von uns bemühen, sich vor diesem zu bewahren.

 

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